Erstbesichtigung der Wohngemeinschaft

7. Dezember 2009 / wg-ratgeber.de

Du hast in einem Wohnungsinserat ein interessantes Angebot gefunden und einen Besuchstermin mit den Bewohner vereinbart. Vieles deutet schon darauf hin, dass diese WG “die richtige” Wohngemeinschaft ist. Auch der Preis ist akzeptabel, die Einrichtung laut Inserat erste Sahne…

Die Mitbewohner analysieren

Du kannst davon ausgehen, dass die Bewohner der WG sich bemühen, möglichst gut dazustehen, sprich: Wenn sie verzweifelt einen Mitbewohner suchen, um ihre Miete zu drücken (= Zweck-WG), werden sie umso mehr darauf achten, über-freundlich zu dir zu sein, um dich quasi auf ihre Seite zu ziehen.

Sind die Menschen vielleicht zu freundlich?

Allerdings solltest du diese Menschen ganz genau analysieren, um später – nach dem Einzug – nicht auf die Nase zu fallen – vor allem dann nicht, wenn du eigentlich nach einer LG (= Lebensgemeinschaft) suchst und nicht nur auf die monatlich überwiesene Miete achtest.

Achte auf die Wortwahl der Mitbewohner, die Kleidung und Gepflegtheit im Allgemeinen; jemand mit fettigen Haaren wird wohl nur selten das Bad freiwillig putzen!

Versuche in den wenigen Minuten, die du beim ersten Besuch in der WG hast, möglichst viele Informationen über deine zukünftigen Mitbewohner zu erfahren. Du solltest vor allem dann nachhaken, wenn nur unbefriedigende Antworten kommen, die auf Unzuverlässigkeit & Co. schließen lassen.

Die Wohnung unter die Lupe nehmen

Lasse dir alles zeigen und erklären. Achte während des Gesprächs und / oder der Führung durch die Wohnung auf jede Kleinigkeit: Ist der Boden sauber, hat sich im Bad Schimmel angesammelt, gibt es eine Spülmaschine (und wird sie auch benutzt?). Solche Dinge darfst du nicht vernachlässigen, nur weil die Mitbewohner auf den ersten Blick “supernett” erscheinen.

Willkommen im Schweinestall!?

Wenn nämlich die Wohnung ein Saustall ist und du kein Schwein bist, dann wirst du dich schon nach ein paar Tagen dort unwohl fühlen – nette Mitbewohner können daran dann auch nichts mehr ändern und aus einem Mietvertrag kommst du so schnell nicht wieder raus!

Manche Menschen sind zu schüchtern, um sozusagen unter den Teppich zu schauen, um den dort versteckten Dreck (wie in schlechten Zeichentrickserien) zu entdecken. Es wäre jedoch schlauer, wenn du dafür genügend Selbstvertrauen hättest, denn es geht hier nicht nur um einen Tag, sondern im Ernstfall um 6 Monate inklusive Kündigungsfrist…

Der erste Besuch in der WG – Fazit

Wie war’s? Hat dir die Besichtigung gefallen? Hast du dir alles genau angeschaut? Wenn du die Wohnung verlässt, solltest du ganz nüchtern überlegen, ob und wie gut dir die Wohnung und die Mitbewohner gefallen haben. Wenn du auch nach zwei, drei Tagen immer noch positiv über die Sache denkst (und die Bewohner der WG ebenfalls einverstanden sind), dann steht deinem Einzug nichts mehr im Weg. (Siehe Checkliste für einen Umzug)

Hast du allerdings den allerkleinsten Zweifel, dann rate ich dir: Lass’ die Finger davon und fahre mit der Suche mit effektiven Wohnungsinseraten fort.

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