Probleme in der WG ansprechen

16. September 2010 / wg-ratgeber.de

Streitende Menschen: Ein echtes WG ProblemOb man nun endlich wieder in einer sauberen WG leben möchte oder die permanente Musik des Mitbewohners nervt – Jeder wünscht sich hin und wieder einmal den Gehorsam seines Mitbewohners. Vielen jedoch fehlt zum Ansprechen des Problems der Mut oder sie haben Angst, auf nichts als “Ist mir doch egal” bei ihrem Mitbewohner zu treffen. In vier Lektionen wollen wir dir nicht nur beibringen, wie du das Problem ansprichst, sondern auch wie du sicher auftrittst und deinen Mitbewohner davon überzeugst, auf deine Wünsche einzugehen.

Lektion 1: Verstehe deinen Mitbewohner

Bevor du mit ausgestrecktem Zeigefinger, Peitsche und Zuckerbrot auf deinen Mitbewohner zustürmst, solltest du versuchen zu verstehen, warum dein Mitbewohner sich so verhält, wie er sich verhält.

Dieses Einfühlen in deinen Mitbewohner soll dich nicht daran hindern, die Sache weiterhin schlimm zu finden, sondern dir erleichtern, eine schlüssige und durchschlagende Argumentation aufzubauen, die deinen Mitbewohner letztlich überzeugt, sein Verhalten zu ändern.

Stelle dir also folgende Fragen:

  • Warum tut er das, was er tut? (Aus Bequemlichkeit, Coolness, Zeitmangel, Provokation?)
  • Tut er es nur, wenn du in der Nähe bist?
  • Ist dein Mitbewohner ein offensiver oder defensiver Mensch?

Sobald du anfängst, deinen Mitbewohner und seine Beweggründe für sein Verhalten zu verstehen, kannst du dir anfangen, einen Plan zurrecht zu legen, der durchschlägt.

Lektion 2: Verstärkung einholen

Sicherlich bist du nicht der einzige Mensch, der sich durch die Verhaltensweise deines Mitbewohners gestört fühlt. Andere Mitbewohner, Kommilitonen, Kollegen, Freunde und Verwandte werden letztendlich genauso von störenden Verhaltensweisen betroffen sein wie du, haben aber vielleicht nicht den Mut, den “Problem” alleine gegenüber zu treten.

Versuche, bei der nächsten Gelegenheit eine Person mit darüber einzuweihen, was du vorhast. Zusammen könnt ihr nun planen, wie ihr deinem Mitbewohner überzeugen könnt, sich anders zu verhalten.

Denke immer daran: Zusammen seid ihr stark!

Lektion 3: Schlüssig argumentieren

Das Wichtigste an deinem Gespräch mit deinem Mitbewohner ist, dass du ihm klarmachst, was sein Fehlverhalten für dich bedeutet.

Bist du ein geübter Redner und Argumentator, wirst du wissen, worauf es dabei ankommt. Alle anderen sollten versuchen, sich an folgende Punkte zu halten und sich nicht davor scheuen, vor dem Gespräch, Notizen von den Argumenten zu machen, die sie ansprechen wollen:

  • Die Wichtigkeit hervorheben. Dein Mitbewohner soll begreifen, dass du nicht nur ein bisschen überempfindlich bist, einen Putzfimmel hast oder sonst etwas, was er leicht abtun kann, ohne sein Verhalten zu bessern. Er soll begreifen, dass es für dich ein Problem ist, wie es bei euch zugeht und dass es an ihm liegt, es zu beseitigen.
  • Empathie wecken. Dein Mitbewohner soll nicht nur erkennen, dass es für dich schlimm ist, sondern auch warum es für dich schlimm ist. Versuche ihn daher in deine Position zu versetzen und erkläre ihm genau, wann, wie und warum das, was er tut, schlimm für dich ist.
  • Die Lösung darlegen. Hast du keine Lösung parat, hilft auch die beste Argumentation nichts. Schließlich wollen die wenigsten Menschen ihrer Umwelt Schlechtes zufügen und wollen sich bessern. Auch ein guter Kompromiss ist eine Lösung, wenn es dir damit besser geht und dein Mitbewohner sich durch dein “Verbot” sonst zu sehr eingeschränkt fühlen würde.
  • Beharren. Hast du es mit einem besonders sturen Exemplar von Mitbewohner zu tun, kann es sein, dass das einzige, was zu einer Besserung führen kann, das ständige Beharren auf deiner Lösung oder dem Kompromiss ist. Hier kannst du auch gerne nochmal auf Lektion 2 zurückkommen und dir Verstärkung von außen holen, um die Wichtigkeit der Lösung des Problems hervorzuheben.

Lektion 4: Das Auftreten

Natürlich handelt es sich hier nicht um ein Vorstellungsgespräch; trotzdem solltest du auf dein Auftreten achten, denn auch hier ist der erste Eindruck ausschlaggebend, wenn er deinem Mitbewohner vermittelt, dass du nicht bereit bist, so schnell nachzugeben, was dein Problem angeht.

Denke daher daran, deinen Rücken gerade zu halten, aufrecht zu gehen und ihm direkt in die Augen zu schauen, wenn du das Problem ansprichst. Das alles sind Zeichen für Stärke und Unnachgiebigkeit.

Wir hoffen, wir konnten dir in Bezug auf dein Problem und die Lösung dessen helfen. Sollte es sich bei deinem Problem mit dem Mitbewohner um das Thema Rauchen, Haustiere, Sex oder Partys gehen, können dir unsere WG-Kodizes weiterhelfen, Vereinbarungen mit deinem Mitbewohner zu treffen.

Bild CC 2.0 by victoriapeckham / flickr

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