So erziehst du deine WG Mitbewohner

11. November 2010 / wg-ratgeber.de

Ab und zu ein Leckerli...Ziel dieses Artikels soll es nicht sein, dich zum absoluten WG-Diktator umzuformen, sondern dir nahe zu legen, wie du das Verhalten deines Mitbwohners sanft und, im besten Fall, ohne dass er es merkt, umwandeln kannst. Wie schon verschiedene sozialwissenschaftliche Studien gezeigt haben, ist die sanfte Erziehung äußerst wirksam…

Zuckerbrot statt Peitsche

Die weiche Erziehung “empfiehlt” eine andere Verhaltensweise zu der vermeintlich falschen unter der Angabe eines plausiblen Grundes, während die harte Erziehung unter Androhung von Strafe etwas schlicht verbietet.

Es ist also effektiver, wenn du sagst: “Lieber Mitbewohner, kannst du bitte einmal pro Woche den Müll leeren? Die Maden, die über meine Dokumente kriechen, stören mich!” anstelle von “Bring jetzt sofort den Müll raus, sonst sag ich das deiner Mama!”

Wenn du ein Anliegen an einen Mitbewohner hast, sage es ihm also in einer ruhigen, netten Art (auch, wenn es dich noch so ärgert – dein Mitbewohner ist sich schließlich (noch) keiner Schuld bewusst) und nenne ihm einen (auch für ihn) vernünftigen Grund dafür, deiner Empfehlung zu “gehorchen”.

Übrigens: “Das macht man nunmal so” und “Weil ich das sage” sind in keinster Weise vernünftige Gründe und werden von den meisten Menschen nicht als plausible Gründe wahrgenommen.

Eigentlich ganz einfach, oder?

Es gibt keine schwierigen Mitbewohner

Nun ist uns zum Teil aus WG Erfahrungsberichten und eigener Erfahrung bewusst, dass es durchaus harte Fälle gibt, die nicht besonders viel von rationalen (dem Normalmenschen logisch erscheinenden) Argumenten halten und schlichtweg das überhören, um was du sie bittest.

Hier solltest du nun keine härteren Geschütze ausfahren und letztendlich doch auf die “harte” Erziehung zurückfallen, sondern dich auf ein klärendes Gespräch mit deinem Mitbewohner einstellen (siehe: Probleme in der WG ansprechen).

Siehst du nun nach dem Gespräch eine positive Änderung des Verhaltens (und sei sie noch so klein), bedankst du dich (ehrlich erfreut, denn dein Mitbewohner ist nun auf deine Bitte ingegangen) und lächelst ihm zu.

Dein Mitbewohner (auch wenn er zuerst nur ungern deiner Bitte nachgegangen ist), wird sich nun in den meisten Fällen positiv bestätigt sehen in dem, was er tut, und langsam seinen Widerwillen abbauen.

Natürlich kann dieser Prozess einige Zeit in Anspruch nehmen und ist keine “Wunderheilung”, die über Nacht wirkt, aber schon nach einigen Tagen, kannst du sicherlich Verbesserungen spüren.

Und – obwohl du deinen Mitbewohner in gewisser Weise zurrechtgewiesen hast- die Atmospäre in deiner Wg leidet nicht unter dieser einfachen Methode und wird in vielen Fällen sogar noch verbessert.

Auch hier sei noch einmal auf unsere WG-Kodizes zum Thema Rauchen, Party, Haustiere und Sex hingewiesen, die euer WG-Leben in vielerei Hinsicht verbessern können.

Bild CC 2.0 by soupboy / flickr

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