WG Erfahrung (Michaela, Köln, 4er WG)

2. August 2010 / wg-ratgeber.de

Wohngemeinschaft - Eine TürVor dem Beginn meines ersten Semesters begab ich mich auf die Suche nach einer WG in Uni-Nähe. Ich hatte mir 15 Stück heraus gesucht, bei denen der erste Eindruck, Lage und Preis stimmten.

Mein Denkfehler bei der Sache: Ich sah mich als den Kunden, der sich am Ende für die beste WG entscheidet.

Dass aber die Wohnungssuche im Kölner Uni-Viertel eher einer Bewerbung im Assessment-Center gleicht, bei der nur der coolste Student am Ende genommen wird, hatte mir keiner gesagt.

Bei meinen ersten drei Besichtigungen war ich zwar etwas nervös, aber sonst (ich sah mich in der misstrauischen Kunden-Rolle) sehr aufmerksam und versuchte plus und minus in der WG für mich abzuwägen.

Bei der vierten WG bekam ich eine grobe Abfuhr wegen meiner Schweigsamkeit und Uncoolness. (“Nee… Dich nehmen wir auf keinen Fall. Was sollen wir mit so ‘nem Mäuschen?”)

Taktikwechsel: Erst cool, dann ehrlich

Daraufhin änderte ich meine Taktik: Ich gab mich so cool möglich und versuchte immer möglichst uninteressiert zu wirken. Auch hier keine Zusagen.

Bei den letzten vier Wohnungen (das Semester fing nun fast an), hatte ich die Hoffnung eigentlich schon aufgegeben und mich damit abgefunden weiterhin bei meinen Eltern zu leben.

Bei diesen letzten Erstbesichtigungen war ich einfach ich selbst und plötzlich passierte das, was die ganze Zeit nicht passiert war: Ich schaffte es Sympathien aufzubauen. Klar nimmt einen keine vernünftige WG auf, wenn man kritisch und hochnäsig dahertrampelt. Es nimmt einen auch keiner auf, wenn man herablassend, passiv und kühl zu den Leuten ist.

Das Wichtigste ist doch, dass man Leute findet, die zu einem passen und mit denen man gerne zusammen lebt! Das geht nur, wenn man man selbst ist.

Nachwort zu diesem Erfahrungsbericht

Dieser Erfahrungsbericht stammt von Michaela, die mittlerweile glücklich in einer 4er WG in Köln wohnt. Wir danken für diesen ehrlichen Beitrag und wünschen weiterhin viel Glück in der WG!

Bild CC 2.0 akaalias / flickr

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