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Der gemeinsame Kühlschrank

4. März 2010 / wg-ratgeber.de

Der gemeinsame KühlschrankKeine Wohngemeinschaft, die mir bekannt ist, könnte sich den Luxus erlauben, für jeden Mitbewohner einen seperaten Kühlschrank in der Wohnung aufzustellen; selbst wenn das möglich wäre: den meisten wäre es wahrscheinlich unangenehm, weil sie zugeben müssten, dass sie in Wirklichkeit (trotz ihrer Freundlichkeit und Freigiebigkeit) keine Lust auf unverschämte Schnorrer in der WG haben.

Folglich stehen in der WG Küche nicht mehrere Kühlschränke, sondern nur ein einziger. Ob Bosch, Miele oder Noname: Zumindest die Waren im Kühlschrank gehören oft nicht allen Mitbewohnern. Manchmal gibt es Vegetarier, die Tofu-Würstchen einkaufen oder Beck’s-Freunde, die kein anderes Bier anrühren. In vielen WGs gibt es keine gemeinsamen Einkäufe, weil der Lebensstil einzelner Mitbewohner mitunter sehr unterschiedlich ausfällt.

Beispiel: Schnorrer vom Kühlschrank fernhalten?!

Falls Anke wieder einmal vergessen hat, sich ihren heißgeliebten Old Amsterdam Gouda zu kaufen und Petra wenigstens den deutschen Käse in ihrem Fach deponiert hat, dann kann es sein, dass Anke eines Nachts Lust auf Käse bekommt. Eine Scheibe fehlt nun. Wenn in der WG nicht gemeinsam eingekauft wird, dann steht längst Eines fest: Jeder bezahlt für sich allein!

Wahrscheinlich wird Petra nicht sauer sein, wenn eine Scheibe fehlt; dies wiederum könnte allerdings bei Anke eine Art der Nachlässigkeit hervorrufen, z.B. denkt sie: “Ach, den Käse kann ich zur Not auch essen, Petra ist ja nicht sauer.”

Dies ist womöglich ein Trugschluss…

Wie aber kann man Schnorrer in der WG davon abbringen, nicht gemeinsam eingekauftes Essen aus dem gemeinsamen Kühlschrank zu “stehlen”? Überhaupt nicht. Leider.

Bei dem Thema “gemeinsamer Kühlschrank” sind schon viele WGs auseinander gegangen. Sobald es nämlich um Geld geht (das ist bei Studenten & Co. meist knapp!), werden Menschen schnell zu Feinden. Oftmals ist die letzte Möglichkeit eine Abstimmung darüber, wer die Wohnung verlassen muss. Falls es dazu kommen sollte, weißt du Eines ganz sicher: Das war/ist nicht die richtige WG für dich.

WG Tipps: Gemeinsame Kühlschrank-Nutzung

Natürlich ist es nicht schön, wenn man sich wegen einer Scheibe Käse trennt bzw. Streit entsteht – daher solltest du darauf achten, dass es überhaupt nicht so weit kommen kann. Um in einer WG friedlich zusammen zu leben, braucht man klare Regeln. Ähnliche Regeln kennst du bereits aus deinem sogenannten Elternhaus.

PS: Gierige Schnorrer / ignorante Schnorrer erkennst du meist daran, dass sie durch ihr Verhalten beweisen, dass sie die angesprochenen Regeln nicht gelernt haben!

  1. Jeder erhält ein Fach im Kühlschrank, welches für die anderen Tabu ist. Basta!
  2. Jeder ist für sein Fach (und die Haltbarkeit der darin enthaltenen Waren) selbst verantwortlich. Falls allerdings etwas schimmelt, darf es jeder wegwerfen. Logisch, oder?
  3. Gäste können sich nicht am Kühlschrank bedienen. Falls ein Mitbewohner Besuch hat, kann sich der Besucher sicher am Fach eben dieses Mitbewohners bedienen – nicht jedoch das Beck’s eines anderen!
  4. Falls es keine getrennten Fächer gibt (Platzmangel, etc.), können Schilder verwendet werden. Das allerdings ist völliger Schwachsinn. Im nächsten Abschnitt erfährst du wieso.

Solche Regeln gelten natürlich nur dann, wenn man nicht gemeinsam einkauft und somit zumindest anteilig in einer sogenannten Zweck-WG wohnt. Wenn man sich wirklich mag und auch die gleichen Nahrungsmittel isst, kann man selbstverständlich auch gemeinsam einkaufen und gemeinsam den Kühlschrank nutzen…

Ausreden der WG-Schnorrer

Falls du in deiner Wohngemeinschaft echtes Pech mit deinen Mitbewohnern hast, wird es welche geben, die sich regelmäßig an deinen Vorräten im WG-Kühlschrank bedienen und Dinge sagen wie: “Ach, komm schon. Es war doch nur eine Scheibe Käse. Stell dich nicht so an!” oder “Aaaach, das war dein Käse – oh, sorry, das wusste ich nicht…” oder “Hä? Du kannst doch auch von meinen Sachen etwas nehmen?!”.

Pass bei solchen Aussagen bloß auf, denn sie bezeugen schiere Unbelehrbarkeit. Mitbewohner, die so etwas sagen, werden auch weiterhin dreist an fremde Nahrungsmittel gehen und die genannten Sätze noch oft wiederholen.

Die Sache mit den Namensschildern – Eigentlich ist das ja eine tolle Idee, oder? Man klebt seinen Namen auf die Käsepackung und schon ist alles in bester Ordnung. Natürlich ist das eine Möglichkeit, aber sie dient lediglich den gerade erwähnten, unbelehrbaren Schnorrern, die ständig Ausreden für ihr dreistes Verhalten suchen.

Jeder Mitbewohner mit einem durchschnittlichen IQ von knapp 100 weiß ganz genau, welche Sachen im Kühlschrank er/sie selbst eingekauft hat und welche nicht. Niemand ist so blöd und vergisst “plötzlich”, ob das Beck’s ihm gehört oder nicht. Niemand. Punkt.

Bild CC 2.0 by Simon Engel / flickr

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